„Heute wirst Du mal Bad Sobernheim pur erleben“, so die Worte des Vorstehers der Gemeinde Priester Michael Roland, als Apostel Gert Opdenplatz die Sakristei an diesem Donnerstagabend, den 21.10.2021 betrat. Beim Durchzählen der anwesenden Geschwister stand Apostel Opdenplatz sogleich die Situation am Ostermorgen nach der Auferstehung des Herrn Jesus vor Augen.
Geschwister oder Amtsträger aus anderen Gemeinden waren an diesem Donnerstag nicht eingeladen, so dass tatsächlich nur Bad Sobernheimer Geschwister in der Kirche waren, und zwar zusammen mit dem Apostel genau zehn.
Ostern: Event im kleinen Kreis
Apostel Opdenplatz erinnerte an eines der markantesten Ereignisse in der Heilsgeschichte, das man sich eventuell ganz anders vorstellt, wenn davon gepredigt wird: Den Ostermorgen. Nur wenige, Maria Magdalena und danach Petrus und Johannes gingen zum Grab des Herrn Jesu. Am Abend, als seine Jünger sich aus Furcht vor den Juden hinter verschlossenen Türen versammelten, kam Jesus, der Auferstandene, und trat mitten unter sie mit mit den Worten: „Friede sei mit euch!“(Joh 20,19) „Wie viele Jünger waren dabei? Genau zehn, also genau wie wir gerade hier“, betonte der Apostel tröstend und ergänzte: „Das stimmt mich dankbar, dass ich weiß: Er, Jesus, ist mitten unter uns. Er, der sogar gesagt hat: „Wo (nur) zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20).“ Deswegen feiern wir Gottesdienst, weil er bei uns ist.“
Appell zum Betrachten der Größe Gottes
Das Loben und Rühmen der Größe Gottes war sowohl Hauptthema des Eingangsliedes (GB Nr. 267: „Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht“) als auch des Bibelwortes (Psalm 145, 2.3), das dem Gottesdienst zugrunde lag.
„Heutzutage müssen Dinge schnell laufen, da werden Betrachtungen kaum mehr angestellt. Doch im Gottesdienst mögen wir einmal den Blick auf Gott und seine Größe, seine Allmacht und seine ewige Herrlichkeit richten“, empfahl der Apostel. „Dieses Sich-Besinnen, diese Entschleunigung tue gut.“
Die Worte des Propheten Jesaja, in denen er mit Blick auf Gott sagte: „Er hat meines Namens gedacht, als ich noch im Schoß der Mutter war“ (Jes 49,1), verglich der Apostel mit dem Zeitpunkt der Namensgebung der Eltern für ihr Kind. „Der große Gott hat uns zu seinen Kindern gemacht, uns erwählt und geliebt, noch ehe wir geboren waren. Er kennt die Gedanken der Kinder und versteht sie auch. Gott versteht uns sogar dann, wenn wir uns selbst nicht verstehen“, unterstrich der Apostel einen Teil der Größe Gottes.
„Gott begegnet uns in seiner Größe auch in der Natur“, sprach er weiter und resümierte die unfassbare Größe Gottes mit folgendem Satz: „Gott ist so groß, dass das ganze Universum ihn nicht fassen kann und gleichzeitig ist er so klein, dass er in einem Kinderherzen Platz findet.“
Hilfe Gottes kommt auf seine besondere Art
Den Werdegang des Apostel Paulus skizzierend, führte Apostel Opdenplatz der Gemeinde vor Augen, in welcher, für den Menschen unvorstellbaren Weise Gott helfen kann. Aus einem Menschen, den die Christen fürchten mussten, weil er sie verfolgte, wurde am Ende ein begnadetes Werkzeug in Gottes Hand, der den Gemeinden als Apostel diente. „Welches Gemeindemitglied der damaligen Zeit hätte sich Hilfe in dieser Form vorstellen können? Ich glaube niemand“, so die Antwort des Dienstleiters.
Es folgte noch manches Beispiel, dass aufzeigen sollte, dass wir Menschen mit all unserem Bemühen es nicht schaffen können, die vollständige Größe Gottes zu erfassen.
Priester Michael Roland erwähnte in seinem Predigtbeitrag u.a. eine Stelle aus Römer 8,32, auf die sich der Apostel anschließend bezog. Gottes Horizont höre nicht wie bei uns Menschen mit dem Tod auf, sondern sein Horizont sei die neue Schöpfung, die typisch für Gott vollkommen sein wird.
Gott rühmen durch die Musik
Endlich war es auch wieder möglich, nach monatelangen, coronabedingten Einschränkungen, Gott durch Gemeindegesang zu loben. Auch instrumental leisteten zwei Geschwister mit Orgel und Violine ihren Beitrag dazu. Das von zwei Sängern mit Orgelbegleitung vorgetragene Lied, unterstrich schließlich zum Ende des Gottesdienstes trefflich die Worte der Predigt bzgl. der neuen Schöpfung und der großen zukünftigen Ereignisse. Es war das Lied Nr. 403 aus dem Chorbuch, worin es heißt: „Bald wird nun die Stunde schlagen, Großes wird an uns geschehn, wenn nach schweren, dunklen Tagen Gottes Angesicht wir sehn.“
29. Oktober 2021
Text:
Sabine Latotzki
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