Am Sonntag, dem 1. Oktober 2023 feierte die Gemeinde Mainz-Kostheim nicht nur den diesjährigen Erntedanktag. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens besuchte Apostel Gert Opdenplatz die Gemeinde.
Der Apostel legte dem Gottesdienst das Bibelwort aus Psalm 36, 6 zugrunde: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.“.
"Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, (...) anbetend überlege"
Zu Beginn des Gottesdienstes warf der Apostel die Frage auf „Nehmen wir uns eigentlich Zeit, über Gott nachzudenken?“. In diesem Zusammenhang zitierte er Stammapostel Fehr, der einmal sagte: „Jeder Tag ohne den Gedanken an die Wiederkunft Jesu Christi, ist ein verlorener Tag.“ In Anlehnung an das gesungene Lied „Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht“ (Neuapostolisches Gesangbuch Nr. 267) wies der Apostel auf die Formulierung „anbetend überlegen“ hin. Wenn wir Gottes Güte und seine Wahrheit, „die Weisheit seiner Wege, die Liebe, die für alle wacht“ anbetend überlegen, dann kommen wir immer zum richtigen Schluß.
Der Apostel stellte die Frage in den Raum "Was sieht unser Auge?" Die Vergänglichkeit oder die Wunder der Werke Gottes? Auch hier finden wir die Antwort in dem bereits zitierten Lied; „Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke.“
"...soweit die Wolken gehen..."
In einem Preditgtbeitrag griff Evangelist Thomas Kranz das Bild der Wolke aus dem Bibelwort auf. Er erinnerte daran, wie oft Gott aus einer Wolke wunderbare Dinge geschehen ließ und zu den Menschen sprach. Beispiele hierfür sind das Geschehen auf dem Berg der Verklärung (Vgl. Matthäus 17, Markus 9) oder auch Christi Himmelfahrt (Vgl. Apostelgeschichte 1).
Nach dem Gottesdienst blieb die Festgemeinde noch zusammen und feierte bei herrlichem Wetter auf dem Kirchengelände das besondere Ereignis. Auch der Apostel verweilte noch einige Zeit, bevor er sich auf den Weg in die Gemeinde Saarbrücken Brebach-Fechingen machte, die in diesem Jahr bereits ihr 100-jähriges Bestehen feiert.
Rückblick auf 75 Jahre Gemeinde Mainz-Kostheim
Die Gemeinde Mainz-Kostheim wurde 1948 gegründet. Doch wie kam es dazu? Nachdem die Gemeinde Mainz durch einen Bombenangriff im Februar 1945 ihre Versammlungsstätte verlor, fanden die Gottesdienste vorübergehend rechtsrheinisch in Mainz-Kastel statt. Der damalige Vorsteher der Gemeinde Mainz, Hirte Friedrich Wenger, und einige Gemeindemitglieder versammelten sich in den folgenden Jahren in verschiedenen Wohnungen in Mainz-Kastel bzw. Mainz-Kostheim.
Die Gemeinde Kostheim wurde schließlich zum 01.07.1948 mit 16 Seelen gegründet. Erster Vorsteher war Hirte Friedrich Wenger, Großvater des heutigen Gemeindevorstehers Evangelist Thomas Kranz. Versammlungsraum der Gemeinde war ab 1952 die Aula der Knabenschule Kostheim. Die Weihe der heutigen Kirche in der Kiefernstrasse 19 fand am 16.07.1967 statt.
In den folgenden Jahren wuchs die Gemeinde immer weiter. Bedingt durch die Tatsache, dass das rechtsrheinische Mainz-Kostheim ein Vorort der Landeshauptstadt Wiesbaden ist, gehörte die Gemeinde über viele Jahre zum Kirchenbezirk Wiesbaden. Im Rahmen einer Neuordnung der Ältestenbezirke zählt die Gemeinde heute wieder zum Kirchenbezirk Mainz.
In den Jahren 2017 bis 2020 wurde die "digitale Präsenz" der Gemeinde ausgebaut. Neben der bestehenden Internetseite der NAK Westdeutschland präsentiert sich die Gemeinde auch in Sozialen Medien wie facebook und Instagram.
In den Jahren 2022 und 2023 wurde das Kirchengebäude im Erdgeschoss renoviert und durch den Einbau einer mobilen Trennwand ein größerer Mehrzweckraum für die wachsende Gemeinde geschaffen. Darüberhinaus erhielt dieser Mehrzweckraum auch einen separaten, barrierefreien Eingang, der kurz vor dem Jubiläumsgottesdienst fertiggestellt wurde.
Heute zählt die Gemeinde rund 80 aktive Mitglieder. Der Gemeindevorsteher wird durch 1 Priester, 1 Diakonin und 5 weitere Diakone unterstützt. Viele weitere Freiwillige (Frauen und Männer) helfen in der Seelsorgearbeit an Kindern, Jugendlichen und Senioren sowie im musikalischen Bereich mit Orgelspiel, Chorleitung oder Ensemblemusik.
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