Mit einem Elefanten auf der Bühne begann der Bezirkstag des Kirchenbezirks Mainz in Nieder-Olm. Apostel Gert Opdenplatz griff das Bild im Gottesdienst auf und stellte Gottes Größe in den Mittelpunkt.
Zahlreiche Mitglieder des neuapostolischen Kirchenbezirks Mainz kamen am 7. Juni 2026 in der Ludwig-Eckes-Festhalle in Nieder-Olm zum Bezirkstag zusammen. Den Auftakt bildete ein zentraler Gottesdienst mit Apostel Gert Opdenplatz. Musikalisch wurde er vom Bezirkschor und einem großen Bezirksorchester mitgestaltet.
Bevor der Gottesdienst mit gemeinsamem Gesang, trinitarischer Anrufung und Eingangsgebet begann, kündigte Bezirksvorsteher Mario Rieth einen vorgelagerten Programmpunkt an. Auf der Bühne versammelten sich Kinder und spielten die Geschichte von einem Dorf blinder Menschen, das Besuch von einem Elefanten bekommt. Weil jeder nur einen Teil des Tieres ertastet, entstehen ganz unterschiedliche Beschreibungen: Ein Bein wirkt wie ein Baumstamm, der Rücken wie eine Mauer, die Ohren wie ein riesiger Fächer. Erst aus allen Eindrücken zusammen entsteht ein vollständigeres Bild.
Gottes Größe im Blick
Apostel Opdenplatz griff dieses Bild in der Predigt auf. Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Epheser 3,20–21 zugrunde. Der Apostel stellte die Größe Gottes in den Mittelpunkt: Menschen machten Erfahrungen mit Gott, könnten ihn aber nicht vollständig erfassen. Das eigene Erkennen bleibe immer nur ein Ausschnitt. Auch im Blick auf andere Menschen gelte, dass Wahrnehmungen begrenzt seien und niemand vollständig wisse, was im Herzen eines anderen vor sich gehe.
Jugendliche an der Vorbereitung beteiligt
In der Vorbereitung auf den Gottesdienst waren auch Jugendliche beteiligt. Apostel Opdenplatz berichtete, dass er sich am Vortag mit fünf Jugendlichen in einem Zoom-Meeting ausgetauscht hatte. Die Jugendlichen hatten unter anderem Lieder ausgewählt, darunter das Eingangslied aus dem Neuapostolischen Gesangbuch, Nummer 179, „Gott mit mir auf allen Wegen“.
Auf den Liedinhalt „Ich will in seinem Licht fortan von ihm rühmen, wo ich kann“ nahm der Apostel in der Predigt Bezug. Passend zum Bibelwort stellte er heraus, dass es Aufgabe der Gemeinde sei, Gott Ehre zu geben und von dem weiterzugeben, was sie empfangen habe — in Wort, Werk und Wandel.
Barbershop zum Ausprobieren
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es zunächst ein gemeinsames Mittagessen, das durch einen Caterer bereitgestellt wurde. Anschließend begann das Nachmittagsprogramm.
Dazu gehörte ein Barbershop-Workshop, den vier junge Menschen gestalteten. Sie erklärten Herkunft und Besonderheiten dieser Musikform und zeigten, wie vierstimmiger A-cappella-Gesang funktioniert. Dabei ging es auch um Obertöne, Schwebungen und das genaue Aufeinander-Hören der Stimmen. Nach einigen gesungenen Beispielen wurden die Anwesenden einbezogen und konnten kurze musikalische Passagen gemeinsam ausprobieren.
Angebote für Kinder und Jugendliche
Für Kinder gab es unter anderem Kinderschminken. Teenager und Jugendliche nahmen an einem Teamparcours teil. In Gruppen lösten sie verschiedene Aufgaben, bei denen Kommunikation, Vertrauen und gemeinsames Entwickeln von Lösungen gefragt waren. Dazu gehörten Stationen, bei denen Teilnehmende mit verbundenen Augen geführt wurden, ebenso wie Bauaufgaben mit einfachen Materialien.
Nicht immer gelang alles beim ersten Versuch; gerade daraus entstanden viele heitere Momente. Beim Ausprobieren, Scheitern und Neuansetzen zeigte sich, dass es nicht um perfekte Lösungen ging, sondern um Zuhören, Abstimmen und gemeinsames Weiterkommen.
Während an den Stationen gebaut, gesungen, geschminkt und ausprobiert wurde, blieb die Festhalle der gemeinsame Treffpunkt. Kaffee, Kuchen, Eis und Snacks sorgten dafür, dass die Gruppen immer wieder zusammenkamen — zur Stärkung und für gemeinsame Gespräche.
8. Juni 2026
Text:
Michael Schmid
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