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Bischof Jürgen Kramer besucht die Gemeinde in Rüsselsheim

 

Zum ersten Mal in seiner Funktion als Nachfolger von Bischof Kreutz besuchte am 16. April 2023 Bischof Jürgen Kramer die Gemeinde in Rüsselsheim. Kern des Gottesdienstes waren Trost und Ermutigung für die Gemeinde, die Hand Gottes in allen Lebenslagen zu ergreifen und nicht loszulassen.

Im Rahmen des Zentralgottesdienstes am 11. November 2022, war der bisher für den Kirchenbezirk Mainz zuständige Bischof Friedbert Kreutz in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Gemeinden waren daher informiert, dass nun Bischof Jürgen Kramer zusätzlich zu seinem bisherigen Bischofsbezirk auch den Bezirk Mainz (und damit Gemeinde Rüsselsheim) betreuen wird. Am 16. April 2023 besuchte Bischof Kramer im neuen Auftrag die Gemeinde in Rüsselsheim.

Bischof Kramer stellte das Eingangslied der Sänger an den Beginn der Predigt. In diesem Lied bekannte der Chor (CM 332) „Ich glaube fest und hoffe auf die Zeit voll Frieden und Gerechtigkeit.“ Dieses Bekennen, sagte Bischof Kramer, brächte aber auch zum Ausdruck, dass diese Zeit noch nicht begonnen hätte. Viele Menschen erlebten eine Zeit, in der Friede und Gerechtigkeit weit weg seien. Glaube an ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit sei kein Selbstläufer. Der Bischof forderte die Gemeinde auf, noch fester an dieses kommende Reich, an die Wiederkunft Jesus, glauben.

Mein Geist in deinen Händen

Grundlage der Predigt des Bischofs waren die Worte Davids (Psalm 31, 6) „In deine Hände befehle ich meinen Geist“. Der Bischof führte seine Zuhörer in den Kontext der Davids-Worte. David sei in einer aussichtslosen Situation gewesen aber nicht in eine Perspektivlosigkeit gefallen. Beispielhaft habe auch Petrus in auswegloser Situation seine Zuversicht in die Worte gefasst (Joh.6, 68): „Da antwortete ihm Simon Petrus: HERR, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“. In großer Not am Kreuz hätte Jesus die Worte Davids genommen (Apg 7, 59): „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“

Mein Leben in deinen Händen

Manch einer unter uns, sagte Bischof Kramer, stehe ausweglos mit dem Rücken an der Wand. Er richtete die Gedanken der Zuhörer auf David, Petrus und Jesus. Hiob, der ebenfalls viel Leid erfahren habe, hätte viele Fragen an Gott gestellt. Er hätte aber damit leben müssen, dass er keine Antwort bekam. Auch Jesus habe keine Antwort auf seine Frage bekommen (Mt. 27, 46): „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ An die Gemeinde gewandt sagte Bischof Kramer, auch unter uns gäbe es Not, empfundenes Verlassen sein und wir stellten die Frage: Mein Gott, bist du noch da? Auch ohne Antwort, so riet der Bischof, legen wir unseren Geist und unser Leben in die Hände Gottes. Wir mögen die Existenz Gottes nicht abhängig machen von einer Antwort Gottes auf unsere Fragen. Unsere Sicherheit läge Im Vertrauen auf die Wesensart Gottes, auf seine Liebe und Treue. In seine Hände legen wir unseren Geist und unser Leben, unser ewiges Leben, so ergänzte Bischof Kramer die Botschaft im Bibelwort.

Meine Zeit in deinen Händen

Unser Leben, so kam Bischof Kramer, sei trotz fortschrittlicher Wissenschaft, endlich. Dieses Erkennen und das Vertrauen auf Gott, bewirke, dass wir auch unsere irdische Zeit in die Hände Gottes zu legen. Er bestimme unser Ende. Meine Zeit in die Hand Gottes legen, beinhalte aber auch den Auftrag, unser Vertrauen auf Gott weiter zu geben an unseren Nächsten, der unserer Barmherzigkeit bedarf.

Die Hände Gottes

Im Predigtbeitrag des Gemeindehirten Friedbert Treber beschrieb er die Eigenschaften der Hände Gottes. David und Jesus hätten der Hand Gottes vertraut. Im festen Glauben, riet Hirte Treber, solle man die entgegengereichte Hand Gottes ergreifen und dem eigenen Geist irgendwelche Zweifel verbieten. Hirte Treber verwies auf die Jünger Jesus (nach Worten Petrus‘ Joh.6, 69). Sie hätten erst geglaubt und dann erkannt, dass Jesus der Sohn Gottes sei. Wir trügen seinen Geist der uns formt und in der Feier des Heiligen Abendmahls reichten wir Gott unsere Hand.

Vorbereitend auf die Feier des Heiligen Abendmahls erinnerte der Bischof an Jesus und seine Speisung vieler Tausender. Die Speise habe sich erst im Austeilen vermehrt. Das sei auch für die Jünger, die den Auftrag gehabt hätten zum Austeilen, ein besonderes Erleben gewesen.

Nach dem Gottesdienst verabschiedete der Gemeindehirte eine Familie, die zur Gemeinde Hochheim wechselt. Er dankte Vera und Jonathan Doll für ihr Mitwirken in der Gemeinde Rüsselsheim, bei der Jugendarbeit, dem Orgelspiel und vielem mehr und wünschte beiden viel Freude und Segen in der Gemeinde Hochheim.

17. April 2023
Text: Friedbert Zimmer
Fotos: Friedbert Zimmer

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