Am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, durfte die Gemeinde Mainz die kleine Charlotte Amalie durch das Sakrament der Heiligen Wassertaufe in ihrer Mitte willkommen heißen.
Zur Einstimmung wurde vor dem Gottesdienst in einer Lesung das Nicäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis (aus dem Jahr 381) sowie der 6. Glaubensartikel der Neuapostolischen Kirche vorgetragen*.
Evangelist Thomas Kranz leitete den Gottesdienst, dem das Bibelwort aus Psalm 40, Vers 6 zugrunde lag. Nach der Verlesung des Bibelwortes stimmte der Chor mit dem Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ auf die besondere Bedeutung dieses Tages ein.
Die Taufe – Gottes „Ja“ zum Menschen
In der Predigt lud Evangelist Kranz die Gemeinde ein, sich bewusst zu machen, welch großes Geschenk Gott dem Menschen mit der Heiligen Wassertaufe macht. Dabei griff er die Symbolik des liebevoll gestalteten Altarschmucks auf.
Ein blaues Tuch stellte das Wasser dar, das in der Taufe für Reinigung und die Abwaschung der Erbsünde steht. Mit der Heiligen Wassertaufe beginnt die Wiedergeburt aus Wasser und Geist – Gott sagt „Ja“ zum Menschen. Der Evangelist erinnerte in diesem Zusammenhang an das sechste Kapitel des Römerbriefes, in dem Apostel Paulus die Taufe als Beginn eines neuen Lebens mit Christus beschreibt. Eine Mauer aus bunten Bauklötzen symbolisierte den Glauben, der dem Täufling Halt geben soll, und zugleich die Gemeinde, die das Kind schützend und liebevoll auf seinem Lebensweg begleitet. Ein grünes Tuch in Form eines Fisches verwies als altes christliches Erkennungszeichen auf Jesus Christus, Gottes Sohn und unseren Erlöser.
Mit Kinderaugen staunen und dankbar sein
Nach dem Chorlied „In dieser Zeit“ griff Diakonin Annika Bräuer in einem Predigtbeitrag den Gedanken der Dankbarkeit auf und erinnerte an das zurückliegende Erntedankfest: Dankbarkeit gelte nicht nur den großen Ereignissen, sondern gerade auch den kleinen Dingen des Alltags. Aus ihren Erfahrungen in der Sonntagsschule berichtete sie, wie unbefangen Kinder die Welt betrachten und über Dinge staunen können, die Erwachsene oft als selbstverständlich hinnehmen. Diese Fähigkeit zum Staunen könne auch uns ein Vorbild sein. Und so lud sie die Gemeinde ein, das kleine Wunder des Lebens ganz bewusst wahrzunehmen – besonders angesichts des Kindes, das an diesem Sonntag getauft werden sollte.
Gottes Güte als Begleiter auf dem Lebensweg
Nach dem Bußlied und dem Orchesterbeitrag „Möge die Sonn’ dir scheinen“ folgte der Höhepunkt des Gottesdienstes: die Heilige Wassertaufe der kleinen Charlotte Amalie. Als persönlichen Segensspruch gab Evangelist Kranz ihr die Worte aus Psalm 23, Vers 6 mit auf den Lebensweg: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“
Der Evangelist betonte, dass diese Verheißung nicht nur dem Täufling, sondern allen Gläubigen Trost und Zuversicht schenken könne. Bereits wenige Tage zuvor hatte Bezirksapostel Stefan Pöschel dasselbe Bibelwort einem Seniorengottesdienst zugrunde gelegt – ein schöner Gedanke, der Jung und Alt im Glauben miteinander verbindet.
Gemeinsam im Glauben – gemeinsam im Dank
Einen stimmungsvollen Abschluss fand der Gottesdienst mit dem Lied „Nun danket alle Gott“ (Neuapostolisches Gesangbuch, Nr. 256b). Zunächst sang der Chor die erste Strophe mit Orgelbegleitung. In der zweiten Strophe kam das Orchester hinzu, bevor schließlich die gesamte Gemeinde in die dritte Strophe einstimmte.
So vereinten sich am Ende alle Stimmen zu einem gemeinsamen Lob- und Dankgesang. Symbolisch versammelte sich damit die ganze Gemeinde noch einmal um die kleine Charlotte Amalie – als Zeichen der Freude, der Verbundenheit und der Gemeinschaft im Glauben.
Liebe Charlotte Amalie, herzlich willkommen in unserer Gemeinde!
(*Vgl. Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 2.3 und 2.4)
Bericht: Heiko Scheid
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