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Was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?

 

Nach gelockerten Corona-Auflagen haben Besucher in der Kirche Rüsselsheim am 11. Juli 2021 einen Gottesdienst von Angesicht zu Angesicht erleben können. Bischof Friedbert Kreutz besuchte die Gemeinde und hatte einen Blick in die Augen und von Masken freie, freudige Gesichter der Anwesenden. In der Predigt gab Bischof Kreutz umfänglich Antwort auf die Frage, die dem Gleichnis Jesus vom barmherzigen Samariter vorauf ging.

Nach einleitenden Worten übertrug Bischof Kreutz für die Zuhörer das Gleichnis vom Samariter auf die Jetztzeit. Der „Samariter“ war ein Reisender aus dem Ausland, der einen verletzten und übel zugerichteten Mann fand. Etliche waren schon an ihm vorüber gegangen. Der Reisende nahm ihn mit in sein Hotel, versorgte ihn und überließ ihm sein Zimmer. Dem Hausherrn sagte er zu: „Für alle Aufwendungen, die du an diesem Menschen tust, übernehme ich die Kosten.“ Damit erfüllte er das Doppelgebot Gottes: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen … und deinen Nächsten wie dich selbst“ (5. Mose).

Wem kann ich ein Nächster sein?

Dem, der Barmherzigkeit erlebt hat, war sein Wohltäter zum Nächsten geworden. Bischof Kreutz stellte in den Mittelpunkt der Predigt die Aufforderung Jesu: „So geh hin und tu desgleichen!“ Er verwies auch auf die Jesu-Worte im Johannes-Evangelium: „… Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ Die Empfangnahme der Sakramente ist eine Notwendigkeit und Werke der Barmherzigkeit zu tun die andere Notwendigkeit. Glaube und Werke gehören zusammen.

Nächstenliebe gönnt jedem Gutes, aber auch eigene Bedürfnisse sind darin eingebunden. Nächstenliebe, so mahnte der Bischof, setzt dem Egoismus Grenzen. Unser Wohlbefinden darf nicht zu Lasten anderer gehen. Die Liebe, die wir aus Gott empfangen haben, möge uns zur Nächstenliebe treiben. Gehen wir auf Heilsbedürftige zu, erzählen wir ihnen vom Heil in Jesus Christus.

Der Predigtbeitrag des Gemeindehirten Friedbert Treber fasste Wunsch, Bitte und Rat zusammen: Lasst uns unsere Schwächen in Egoismus und Neid überwinden und die Liebe zu Gott Veränderung in uns bewirken. Fragen wir uns: „Wem kann ich Nächster sein mit meiner Barmherzigkeit?“

Mit Freisprache, Heiligem Abendmahl, Gebet und Schlusssegen endete der Gottesdienst.

12. Juli 2021
Text: Friedbert Zimmer

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