Am 3. November 2023 empfingen das Ehepaaar Barbara und Johannes Diel, der Gemeinde Mainz zugehörig, den Segen zu ihrer goldenen Hochzeit am gleichen Ort wie vor 50 Jahren zur grünen Hochzeit: in der Kirche in Rüsselsheim.
Dem Sonntagsgottesdienst lag das Bibelwort aus Römer 5, 19 zugrunde: Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten.
Hirte Friedbert Treber, Vorsteher der Gemeinde Rüsselsheim, führte in der Predigt aus, dass dem Menschen von Adam an die Sünde anhaftet. Paulus verweist auf Jesus Christus als den Weg zur Erlösung. Gleich nach dem Sündenfall zeigt Gott den ersten Menschen diesen Weg auf (1. Mose 3, 15). Jesus war vor Gott gerecht, weil er sündlos über die Erde ging. Als wahrer Mensch konnte er dem widerstehen, was ihm angeboten wurde, weil er seinem Vater vertraute. Selbst vor seinem Kreuzestod betete er „doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe“ (Lukas 22, 42). Durch Glauben und Vertrauen zu Gott erhalten auch wir Kräfte, selbst in dunklen Tagen unseren Glaubens- und Lebensweg zu gehen.
Jesus Christus kam aber auch an seine Grenzen. Zum Beispiel wird berichtet (Lukas 19, 41), dass er weinte als er erkannte, dass die Juden ihn nicht annahmen. Jesus hat auch Verständnis für unsere jeweilige Lebenssituation und gab deshalb die Verheißung, alle Tage bei uns zu sein (Matthäus 28,20). Selbst in schwierigen Situationen, in die wir uns selbst navigiert haben, steht er zu uns, weil er uns liebt.
Augenblicke besonderer Nähe
In der Vorbereitung zu Sündenvergebung und Heiligem Abendmahl, so Friedbert Treber, bringen wir im Vater Unser Gott unsere Bitte „vergib mir meine Schuld“ entgegen. Anschließend wendet sich Gott zu uns: „Dir sind deine Sünden vergeben!“ Jesus hat durch seinen Opfertod die Voraussetzung geschaffen, damit wir vor Gott gerecht werden können. Ja, er neigt sich uns noch deutlicher zu, wenn wir die ausgesonderte Hostie empfangen mit den Worten „Der Leib und das Blut Jesus für dich gegeben.“ Das kann in uns inneren Frieden und Seligkeit hervorrufen.
Segen zur goldenen Hochzeit
Nach dem Sakramentsteil trat das Jubiläumspaar Diel vor den Altar. Zunächst erinnerte Hirte Treber an den Segen, den die Eheleute am 1. September 1973 durch den Hirten Arnold erhalten hatten. Als Hochzeitswort dienten die Worte aus Psalm 118, 24 – 26: „Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. O Herr, hilf! O Herr, lass wohlgelingen! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Wir segnen euch vom Haus des Herrn.“
Damals standen sie allein als junge Familie am Altar, heute mit Kindern und Enkelkindern. Im Vorgespräch hätten sie zum Ausdruck gebracht, dass sie keine besonders dramatische Situation in ihrer Ehe erlebt hätten, was ein besonderer Grund zu Dank sei. Den Segen zur goldenen Hochzeit stellte der Hirte deshalb unter die letzten zwei Verse desselben Psalms (Psalm 118, 28 und 29): Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
Beisammensein der Gemeinde
Nach dem Gottesdient konnte das Jubiläumspaar mit ihren Gästen und alle Geschwister noch etwas Zeit bei einem kleinen Imbiss vor der Kirche verbringen.
Text: Tobias Hempel
Bilder: Tobias Hempel
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