Am Sonntag, den 17. August 2025 fand in der Gemeinde ein besonderer Gottesdienst statt. Die Eltern Daniel und Bella Wiegand hatten sich entschlossen, ihr Kind in der Gemeinde Groß-Gerau taufen zu lassen. Sie wohnen zwar in Offenbach, gehören aber seit einigen Monaten zur Gemeinde Groß-Gerau, wo auch der Großteil der Familie lebt. Als Besonderheit wurde der Gottesdienst dieses mal sogar nach Afrika übertragen.
Dem Gottesdienst lag das Wort aus 4. Mose 14,8 zugrunde: „Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, darin Milch und Honig fließt.“ Zu Beginn der Predigt griff der Vorsteher, Priester Herbert Best, das Chorlied der Sänger „Du hast so wunderbare Wege“ auf. Manche fühlen sich ungerecht behandelt vom Leben, so Herbert Best. Schön, wenn wir die Wege Gottes gehen und Vertrauen haben. Mose sandte zwölf Kundschafter nach Kanaan aus. Zehn von ihnen kamen nach 40 Tagen zurück und berichteten, dass man dieses Land nicht einnehmen könne. Sie hatten Angst. Nur Josua und Kaleb erinnerten an die im Textwort gegebene Verheißung.
Auch bei uns schwinde manchmal das Vertrauen und der Glaube sei erschüttert. Priester Best betonte jedoch, dass niemand größere Macht habe als Gott. Er wird an einem ehrlichen Gebet nicht vorüber gehen. Gott hat mit uns diesen Weg begonnen und wir werden ihn mit ihm vollenden.
Priester Schneider fasste dann in der Co-Predigt die Kerngedanken des Gottesdienstes in englischer Sprache zusammen. Zudem erklärte er, dass die gesamte Bibel voller Verheißungen ist. Warum sollte er also diese eine Verheißung, seinen Sohn zu senden, nicht erfüllen? Im Anschluss bereitete Priester Ermel die Gemeinde auf das Heilige Abendmahl vor.
Taufhandlung
Die Mutter des Täuflings stammt aus Südafrika. Deshalb hatten auch ihre Familie aus Südafrika und Simbabwe, sowie die beiden Schwestern aus England die besondere Gelegenheit, den Gottesdienst als Videoübertragung zu erleben. Vor der Taufe sang ein Teil des Chores einen Irischen Segen (An Irish Blessing) in englischer Sprache: „Until we meet again, may God hold you …“ („Bis wir uns wiedersehen halte uns Gott fest in seiner Hand“). Auch die Ansprache des Vorstehers wurde von Priester Schneider ins Englische übersetzt.
Im Leben ist der erste Schritt besonders wichtig, so der Vorsteher Priester Best, denn er gibt die Richtung vor. Wie der Leib wächst, so sollen auch der Geist und die Seele wachsen. Der Vorsteher fragte die Eltern, ob sie das Kind im neuapostolischen Glauben erziehen wollten, was sie beide bejahten. Er gab Ihnen noch ein Wort aus Lukas 8,15 mit: „Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.“ Die Worte des Vorstehers wurden immer wieder durch kräftige Rufe des kleinen Täuflings bestätigt.
Dann wurde der kleine Erdenbürger auf den Namen „Liam Lwazi“ getauft. Der 2. Vorname entstammt der Sprache der Zulu und bedeutet „Wissen“. Zulu ist die größte Volksgruppe in Südafrika. Damit wollten die Eltern der Familie und ihrem kulturellen Hintergrund Respekt erweisen.
Autor: Manfred Tillmann
Bilder: Bertram Ermel und Maurice Ermel
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