Der Segen des dreieinigen Gottes steht am Ende jedes Gottesdienstes. Am Sonntag, 31. Mai 2026, wurde er in der Gemeinde Groß-Gerau zum roten Faden eines Festgottesdienstes mit mehreren besonderen Anlässen: Apostel Gert Opdenplatz spendete die Heilige Versiegelung, beauftragte einen neuen Vorsteher und spendete den Segen zur Rubinhochzeit.
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus 2. Korinther 13,13 zugrunde: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ Dieses Wort ist den Gottesdienstbesuchern der Neuapostolischen Kirche als Schlusssegen vertraut, der am Ende jedes Gottesdienstes der Gemeinde zugesprochen wird.
Zu Beginn erläuterte der Apostel die Bedeutung dieses Segens. Anhand des Bildes eines Kleeblatts verdeutlichte er die Dreieinigkeit Gottes: Drei Blätter bilden eine Einheit, so wie Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist wirkt. Der Schlusssegen sei ein persönliches Geschenk Gottes an jeden Einzelnen, so Gert Opdenplatz. Damit sich dessen Wirkung entfalten könne, müsse jedoch mit diesem Geschenk gearbeitet werden. Als Beispiel verwies er auf den Segen, den das Jubelpaar vor 40 Jahren zu seiner Hochzeit empfangen hatte. Auf ihrem gemeinsamen Glaubens- und Lebensweg sei immer wieder sichtbar geworden, wie sich dieser Segen entfalten konnte.
Der Apostel erinnerte daran, dass Apostel Paulus diese Segensworte an die Gemeinde in Korinth richtete, obwohl dort Spannungen und Missverständnisse bestanden. Statt Vorwürfe zu erheben, begegnete Paulus den Gläubigen mit Gnade, Liebe und dem Wunsch nach Gemeinschaft. Auch heute gelte es, mit der empfangenen Gnade, der Liebe Gottes und der Gemeinschaft des Heiligen Geistes zu arbeiten: dem Nächsten gnädig zu begegnen, Gottes Liebe im Umgang miteinander sichtbar werden zu lassen und das Wohl der Gemeinschaft im Blick zu behalten.
In einem letztmaligen Predigtbeitrag hob Priester Herbert Best hervor, dass der von Gott geschenkte Segen angenommen und gepflegt werden müsse. Mit Blick auf den bevorstehenden Vorsteherwechsel verwies er darauf, dass es letztlich Gott ist, der das Gedeihen schenkt: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben“ (1. Korinther 3,6).
Heilige Versiegelung und Vorsteherwechsel
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes spendete Gert Opdenplatz dem jungen Rafael das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Durch Handauflegen und Gebet empfing er die Gabe des Heiligen Geistes. Ferner setzte er den bisherigen Gemeindevorsteher, Priester Herbert Best, in den Ruhestand. Zugleich beauftragte er Priester Bertram Ermel, künftig der Gemeinde Groß-Gerau als Vorsteher voranzugehen.
Herbert Best blickt auf fast 49 Jahre als Amtsträger in der Neuapostolischen Kirche zurück, davon 37 Jahre im priesterlichen Dienst. Seit 2019 leitete er die Gemeinde Groß-Gerau als Vorsteher. Sowohl dem bisherigen als auch dem künftigen Vorsteher gab der Apostel Worte aus Psalm 108 mit auf ihren weiteren Glaubens- und Lebensweg: „Gott, mein Herz ist bereit“ und „Mit Gott wollen wir Taten tun“. Ein bereites Herz zeige sich darin, der ganzen Gemeinde in Liebe zu dienen, das Evangelium in seiner lauteren Art und Weise in die Herzen aller zu tragen, die Kinder anzunehmen sowie den Jugendlichen und den Alten in Liebe zu begegnen.
An Priester Bertram Ermel richtete der Apostel Worte für seinen neuen Auftrag. Er solle das, was er aus dem Apostelamt empfange, an die Gemeinde weitergeben. Seine Taten sollten geprägt sein durch Gebet, Liebe, Geduld und einen gnädigen Blick auf die ihm Anvertrauten.
Segen zur Rubinhochzeit
Im Anschluss an die Beauftragung des neuen Gemeindevorstehers empfingen Priester Herbert Best und seine Ehefrau Anneliese den Segen zur Rubinhochzeit. Es habe in ihrem Leben, so Apostel Opdenplatz, auch Zeiten gegeben, in denen sie nicht auf Rosen gebettet waren. Dennoch durften die Eheleute immer wieder erfahren, dass Gott sie begleitet und getragen hat. Dafür blickten sie mit Dankbarkeit auf die vergangenen 40 Ehejahre zurück.
Als Eingangslied zu dem Gottesdienst hatte sich das Jubelpaar „Bewahr‘ dem Herrn die Treue“ gewünscht. Daran anknüpfend stellte der Apostel Worte aus dem Buch der Weisheit in den Mittelpunkt seiner Ansprache: „Die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen“ und „Die treu sind in der Liebe, werden bei ihm bleiben.“ Weiter heißt es in Weisheit 3: „Denn Gnade und Barmherzigkeit wohnen bei den Heiligen“ sowie „Der Herr errettet seine Auserwählten“.
Anschließend überreichten die Kinder der Gemeinde Priester Herbert Best einen Blumenstrauß sowie ein Geschenk der Gemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau lud er die Gottesdienstteilnehmer zu einem Umtrunk in den Gemeinschaftsraum der Kirche ein.
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