Am Freitag, 17. Juli 2026, nahm die Gemeinde Rüsselsheim gemeinsam mit Familie, Freunden und Wegbegleitern Abschied von Diakon i. R. Herbert Schöttner. Die Trauerfeier fand im Kirchengebäude in Mörfelden-Walldorf statt und wurde von Priester Tobias Zimmer geleitet. Musikalisch wurde die Feierstunde von Ruth Treber an der Orgel sowie Samuel Euler an der Violine gestaltet.
Grundlage der Ansprache bildete das Bibelwort aus Sprüche 14,26:
„Wer den HERRN fürchtet, der hat eine sichere Festung, und auch seine Kinder werden beschirmt.“
Ein Leben mit festem Glauben
Zu Beginn der Ansprache griff Priester Zimmer eine überlieferte Geschichte über König Heinrich VIII. und dessen Hofnarren auf. Sie verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, nicht nur die Angelegenheiten dieses Lebens zu ordnen, sondern auch auf die Begegnung mit Gott vorbereitet zu sein.
Wer sein Vertrauen auf Gott setzt, findet einen sicheren Halt – im Leben und über den Tod hinaus. Herbert Schöttner habe diesen Glauben über viele Jahrzehnte gelebt. Auch als ihn in den letzten Lebensjahren gesundheitliche Einschränkungen belasteten und medizinische Möglichkeiten hinter seinen Hoffnungen zurückblieben, habe ihn sein Vertrauen auf Gott getragen.
Liebe, die bleibt
Priester Zimmer erinnerte an Herbert Schöttner als einen Menschen mit einer rauen Schale, aber einem weichen Herzen. Über viele Jahre engagierte er sich in der Gemeinde, begrüßte die Geschwister zu den Gottesdiensten und half bei zahlreichen Veranstaltungen – unter anderem in der damaligen Walter-Köbel-Halle. Auch in seinem Berufsleben als Lackierer bei Opel zeichnete ihn seine Zuverlässigkeit aus.
Seine Großzügigkeit und seine enge Verbundenheit mit seiner Familie prägten sein Leben ebenso wie sein Glaube. Anhand der Entwicklung einer Vater-Kind-Beziehung wurde deutlich, dass vieles, was Eltern ihren Kindern mitgeben, oft erst im Rückblick seinen ganzen Wert entfaltet. Was schließlich bleibt, ist die Liebe, die ein Mensch geschenkt hat.
Auch Herbert Schöttners Freude an seinem Schrebergarten wurde aufgegriffen. Aussaat, Wachstum und Ernte sind Bilder dafür, dass vieles Zeit und Vertrauen braucht – auch im Glauben. So dürfen Christen auf Gottes Verheißungen vertrauen und darauf hoffen, bei ihm geborgen zu sein.
Lebensweg
In einem Lebensrückblick wurde an die wichtigsten Stationen seines Lebens erinnert. Herbert Franz Schöttner wurde am 27. Dezember 1940 in Schneidmühl geboren. Nach seinem Umzug nach Rüsselsheim im Jahr 1965 arbeitete er als Lackierer bei Opel. 1967 heiratete er seine Frau Brigitte.
1982 wurde er zum Diakon ordiniert und diente der Gemeinde Rüsselsheim 24 Jahre lang in diesem Amt. Nach dem Heimgang seiner Ehefrau Brigitte wurde er 2006 in den Ruhestand versetzt.
Am 30. Juni 2026 durfte Herbert Schöttner im Alter von 85 Jahren friedlich in die Ewigkeit eingehen.
Abschluss
Nach dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser und der Aussegnung klang die Trauerfeier mit den Musikstück „Was ich tief im Herzen trag“ aus. Beim anschließenden Empfang bestand Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und gemeinsamen Erinnerungen.
Text und Fotos: Tobias Hempel
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