Am Samstag, 12. September 2026, begann um 17 Uhr die Kinderfreizeit für die Kinder des Kirchenbezirks Mainz. Passend zum bevorstehenden Erntedankfest stand die gemeinsame Zeit unter dem Thema Erntedank. Gemeinsam verbrachten die Kinder den Abend und die Nacht, bevor die Freizeit am Sonntagmorgen mit einem Gottesdienst ihren Höhepunkt und Abschluss fand.
Nach dem Ankommen richteten die Kinder zunächst ihre Schlafplätze ein. Einige machten es sich in der Kirche gemütlich, andere bauten auf der Wiese ihre Zelte auf. Anschließend wurde im gemeinsamen Kreis das Programm für die beiden Tage besprochen. Natürlich durfte auch ein gemeinsames Essen nicht fehlen: Bei Würstchen, frischen Pommes sowie Obst und Gemüse konnten sich alle stärken.
Ein buntes Programm
Danach ging es an verschiedene Stationen. Die Kinder gestalteten Blumentöpfe mit frischen Blumen für den Altar. Dabei entstanden liebevoll bemalte Töpfe und schöne Gestecke. An einer weiteren Station beschäftigten sie sich mit dem Thema Dankbarkeit. Auf Kärtchen hielten sie fest, wofür sie dankbar sind und was sie sich von Gott wünschen. Viele dieser Gedanken wurden am nächsten Tag im Gottesdienst vorgetragen.
Für Abwechslung sorgten außerdem ein Zählwettbewerb mit einem Glas voller Bohnen sowie ein Obst- und Gemüse-Ratespiel. Dabei galt es auch weniger bekannte Sorten wie Kurkuma, Physalis, Kiwibeeren oder Fenchel zu erkennen.
Am Abend wurde es noch einmal kreativ: Gemeinsam probten die Kinder ein kleines Anspiel ein, das am nächsten Morgen Teil des Gottesdienstes werden sollte.
Nach einer ruhigen Nacht begann der Sonntag mit Aufräumen. Die Schlafplätze wurden wieder ordentlich zusammengeräumt, die Zelte abgebaut und nach einer Katzenwäsche freuten sich alle auf ein gemeinsames Frühstück
Vom Korn zum Brot
Den Gottesdienst am Sonntagmorgen führte Hirte Friedbert Treber durch. Nach dem gemeinsamen Eingangslied zeigten die Kinder in ihrem Anspiel den Weg vom Samenkorn bis zum fertigen Brot:
Der Bauer konnte säen und später ernten. Damit das Getreide jedoch wachsen konnte, brauchte es Wasser, Licht und Wärme. Nach der Ernte wurde das Korn zu Mehl verarbeitet und schließlich Brot daraus gebacken. So wurde deutlich: Vieles können Menschen selbst tun, doch Wachstum und Gedeihen liegen nicht allein in ihrer Hand.
Erst nach dem Anspiel wurde bewusst das Bibelwort verlesen, das dem Gottesdienst zugrunde lag:
„Unser tägliches Brot gib uns heute.“
(Matthäus 6,11; Luther 2017)
Bitten, danken und teilen
Zu Beginn seiner Predigt erinnerte Hirte Treber an das erlebnisreiche Wochenende. Nun sei ein Moment des Zuhörens gekommen - so wie die Menschen bei der Bergpredigt den Worten Jesu zuhörten. Aus dieser Bergpredigt stammt auch die vertraute Bitte des Vaterunsers um das tägliche Brot.
Dabei gehe es zunächst um das, was der Mensch zum Leben braucht. Der Mensch könne vieles selbst beitragen, letztlich aber schenke Gott das Wachstum und seinen Segen. Zugleich gebe er Verstand und Fähigkeiten und begleite die Menschen auf ihrem Weg durch Kindergarten und Schule bis hin zum späteren Berufsleben. Bei der Bitte allein solle es jedoch nicht bleiben. Auf das Empfangen folge der Dank - und aus dem Dank die Bereitschaft zu teilen. Schon Kinder können anderen helfen, ihre Fähigkeiten einsetzen, Liebe schenken und in ihren Gebeten für andere eintreten.
Dank und Fürbitte der Kinder
Diesen Gedanken griffen die Kinder vor der Feier des Heiligen Abendmahls selbst auf. Sie dankten unter anderem für Eltern und Familie, Freunde, Essen und Trinken und dafür, gemeinsam Gottesdienst feiern zu können. In ihren Fürbitten dachten sie besonders an Menschen, denen es nicht so gut geht. Sie baten um ein Ende von Krieg und Hunger, um ausreichend Nahrung für arme Menschen und darum, dass die Menschen besser auf die Umwelt achten.
Die Botschaft des Anspiels fasste zugleich den wesentlichen Gedanken des gesamten Gottesdienstes zusammen:
„Gott schenkt - wir danken - wir teilen.“
Text: Jeanette Euler, Tobias Hempel
Fotos: Jeanette und Jürgen Euler, Tobias Hempel
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