Seit dem 07.06.2020 finden nach der Corona-Bedingten "Zwangspause" wieder Gottesdienste in der Gemeinde Mainz statt. Der nachfolgende Bericht schildert die persönlichen Eindrücke aus Sicht eines Gemeindemitglieds und ermöglicht ein Gefühl darüber, wie zur Zeit die Gottesdienste in der Gemeinde erlebt werden.
Die ersten Gottesdienste nach vielen Wochen "Pause", wir waren sehr gespannt wie es sein würde nach der langen Zeit ohne Präsenzgottesdienste! Wie nahe dürfen sich die teilnehmenden Personen kommen? Dürfen wir uns in die Arme nehmen? Wenigstens die Hände herzlich zur Begrüßung schütteln? Ein kurzes Gespräch nach dem Gottesdienst?
Leider nichts von alledem! Es gibt nun vorgeschriebene Laufrichtungen im Gottesdienstraum - Einbahnstraßen könnte man sagen. Eine Begegnung auf den Gängen des Kirchenschiffs gilt es zu vermeiden. Und die Händedesinfektion vor dem Gottesdienst sei auch noch zu erwähnen. Und dann noch das Maskentragen beim Umherlaufen, und das Abstandhalten, sogar in der Bank beim Sitzen!
Aber...
Aber das hält uns nicht davon ab, den Gottesdienst zu besuchen! Endlich haben wir wieder Gottesdienste mit Heiligem Abendmahl. Es ist etwas anders als sonst, aber sehr intensiv. Bewusster als zuvor. Auf das Wesentliche beschränkt. Wir können den Priestern lediglich in die Augen sehen, weil Mund und Nase von den Schutzmasken verdeckt sind. Dennoch können wir ihre Freude beim Brotbrechen und Austeilen der Hostien wahrnehmen!
Ein Chor darf noch nicht singen und die Pfeifenorgel bleibt stumm, da sie zu viel Luft in den Umlauf bringt. Ein Streichquartett ersetzt den Chorgesang, die Liedbeiträge der Instrumente sind bewusst gewählt und passend zum Bibelwort. Den Gemeindegesang spielen Quartett und Klavier, die Gemeinde liest den Text mit und lauscht. Manch ein Lied wird so bewusst gehört, wie vielleicht vorher noch nie zuvor.
Besuch des Bischofs
Ja, und am Mittwoch, den 22.07.2020 hatten wir Bischof Friedbert Kreutz zu Besuch. In seiner Predigt sprach er von der Anpassung an die Gegebenheiten, den Vorsichtsmaßnahmen in der Coronazeit. Er sprach darüber, dass wir aber das Evangelium nicht der Zeit anpassen wollen. Es bleibe, wie es sei! Ebenso unser Glaubensziel: "Wir warten auf den Tag des Herrn und bereiten uns darauf vor, wie Jesus es uns geheißen hat!"
Wir mögen uns stets unserer Berufung bewusst sein, welche wir nicht durch unsere Bildung oder gute Werke verdient hätten. "Alles ist Gnade! - Aus Gnaden erwählt!...“
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