Im Gottesdienst am Sonntag, den 29. Juni 2025 mit Apostel Gert Opdenplatz empfingen Hirte i.R. Robert Klös und seine Gattin Gisela den Segen zur Diamantenen Hochzeit.
Dem Gottesdienst, der via IPTV in den gesamten Bezirk Mainz übertragen wurde, lag das Bibelwort aus Jesaja 1,18 zugrunde: „So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Purpur, soll sie doch wie Wolle werden.“
Einladung zur Rückkehr in die Gemeinschaft
Der Apostel nahm zunächst Bezug auf das Chorlied „Bis hierher hat der Herr geholfen“ (Chorbuch Nr. 98). Besonders hob er die Zeile „Herr, bleib bei uns“ hervor und erinnerte an die Emmausjünger, die betrübt und enttäuscht Jerusalem verlassen hatten. In diesem Zusammenhang wandte sich der Apostel auch an Glaubensgeschwister, die sich aufgrund belastender Lebenssituationen oder Glaubenszweifel von der Gemeinschaft entfernt haben. Er ermutigte sie eindringlich, in die Abendmahlsgemeinschaft zurückzukehren – denn dort könne sich die Erkenntnis von Gottes Gnade und Güte wieder neu einstellen.
Altes Testament im Licht der Liebe
Zu Beginn des Gottesdienstes hatte die Gemeinde das Lied Nr. 169 aus dem neuapostolischen Gesangbuch gesungen: „Gott, deine Güte reicht so weit...“. Im Kontrast dazu behandelte das Bibelwort eine Situation, in der der Prophet Jesaja dem Volk Gottes deutlich machte, dass sein Verhalten nicht gottgefällig war. Der Apostel wies darauf hin, dass im Alten Testament häufig der Fokus auf Fehlverhalten, Sünde und göttlicher Strafe liegt. Oft steht ein strafender Gott im Mittelpunkt. Doch mit dem Kommen Jesu Christi, den der Apostel als „die Mitte der Schrift“ bezeichnete, ändere sich der Blickwinkel: Wie ein Prisma lenkt Jesus die Aufmerksamkeit weg vom Negativen hin zur Liebe und Güte Gottes.
Wir sind eingeladen, so Apostel Opdenplatz, auch das Alte Testament mit den Augen der Liebe zu betrachten und so negative Perspektiven ins Positive zu wenden. Jesus Christus bringt den Menschen – sowohl im Diesseits als auch im Jenseits – eine neue Sicht auf Gott: als liebenden, gnädigen und rettenden Vater. In ihm hat Gott uns die Versöhnung gebracht. Dabei soll die Sünde nicht verharmlost werden, doch alle Menschen – in dieser wie in der jenseitigen Welt – dürfen auf Gottes Liebe, Gnade und Allmacht vertrauen.
Im Hinblick auf die diamantene Hochzeit und die Lebensgeschichte des Jubelpaares zitierte der Apostel erneut aus dem Eingangslied: „Im Glücke Demut, Mut in Not.“ Viele Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen, neigen dazu, ihre Erfolge ausschließlich eigener Leistung zuzuschreiben – und sehen manchmal herab auf andere. Der Apostel betonte jedoch: Wahre Größe zeigt sich in Demut und Dankbarkeit gegenüber Gottes Güte.
Dann schenkt Gott auch Mut in Not – nicht zuletzt durch seine Verheißung: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Diakon Nils Ramminger bekräftigte die Predigt des Apostels mit einem Rückblick auf den vergangenen Kindertag. Auch dort wurde deutlich: In aller Demut dürfen wir erkennen, dass der liebe Gott der Geber aller Gaben ist – und dass ohne ihn vieles aus dem Gleichgewicht gerät.
Gedanken zur Diamantenen Hochzeit
Zur Feier der Diamantenen Hochzeit sagte der Apostel, dass er zwei echte Herzensmenschen vor sich sehe. Dies kam auch im gewählten Liedwunsch zum Ausdruck: „Was ich tief im Herzen trag...“ Dem Jubelpaar gab der Apostel zwei Worte mit auf den weiteren Lebens- und Glaubensweg, die in enger Verbindung zueinander stehen:
„Er kennt ja unseres Herzens Grund.“ (Psalm 44,22) - „Wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (Lukas 12,34)
Der Apostel hob hervor, dass bei diesem Brautpaar immer einer ein Herz für den anderen hatte. Durch gegenseitige Wertschätzung in allen Lebenslagen, durch echte Liebe und tiefes Vertrauen seien sie der Gemeinde stets ein Vorbild gewesen.
Musikalischer Höhepunkt des Gottesdienstes war der Vortrag von Franz Schuberts „Gott ist mein Hirt“ durch vier Sängerinnen aus dem Familienkreis des diamantenen Hochzeitspaares.
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